Laser oder LinseDezember / 2014

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine operative Sehfehlerkorrektur

Meine Brille beschlägt, Kontaktlinsen vertrage ich nicht, vielleicht sollte ich meine Augen lasern lassen? Diese Frage stellen sich täglich immer mehr Menschen. Doch was heißt Augenlasern eigentlich? Für wen kommt es infrage? Welche Chancen und Risiken gibt es? Frau Dr. Stefanie Schmickler, ärztliche Leiterin des Augen-Zentrum-Nordwest in Ahaus und Präsidentin des gemeinnützigen Verbandes der Spezialklinken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie (VSDAR), gibt einen Überblick über die verschiedenen Operationsverfahren.

Bei den Augenlaserverfahren wird zwischen den Oberflächenverfahren wie PRK und LASEK, bei denen an der Hornhautoberfläche operiert wird, und den Schnittverfahren wie der LASIK, bei der in der mittleren Hornhautschicht gelasert wird, unterschieden. Die Lasertechniken wurden im Laufe der Jahre verfeinert und optimiert, sodass Nebeneffekte wie Blendphänomene, die in den Anfängen der LASIK vor über 20 Jahren zur eingeschränkten Nachtsicht führten, durch neue Abtragungsprofile beim Lasern nicht mehr auftreten. Als neues Laserverfahren  ist das ReLEx/Smile Verfahren zu nennen. Hierbei wird mit einem Femtosekundenlaser in der Hornhaut ein Scheibchen entsprechend des zu korrigierenden Sehfehlers geschnitten und entfernt (ReLex) beziehungsweise durch eine Miniöffnung entfernt (Smile). Da dieses Verfahren aber einen umschriebenen Anwendungsbereich von -3 dpt. bis -8 dpt. Kurzsichtigkeit und bis -5 dpt. Hornhautverkrümmung hat und im Falle einer verbleibenden Restfehlsichtigkeit nicht noch einmal angewandt werden kann, bleibt abzuwarten, inwieweit es sich im Spektrum der refraktiven Chirurgie etablieren wird.

Sollte eine Lasertechnik für einen Patienten nicht infrage kommen, kann ein linsenchirurgisches Verfahren gewählt werden. Hierbei setzt man entweder eine zusätzliche Linse (implantierbare Kontaktlinse) ins Auge oder tauscht die eigene Linse durch eine Kunstlinse aus – die zuletzt genannte OP-Technik ist dieselbe wie beim Grauen Star.

Nur eine ausführliche Untersuchung beim Augenarzt kann darüber Aufschluss geben, welches Operationsverfahren sinnvoll ist. Hierbei entscheidet nicht nur der Augenbefund, sondern auch der Lebensstil, welches Operationsverfahren infrage kommt. Jemandem, der zum Beispiel als Hobby Kampfsportarten hat und seine Augen lasern lassen will, wird man eher zu einem Oberflächenverfahren raten als zu einem Schnittverfahren.

Bei der Suche nach einem guten LASIK-Zentrum sollte man sich im Vorfeld über die Reputation der Einrichtung erkundigen und auch, ob es LASIK-TÜV Süd zertifiziert ist. Durch dieses zusätzliche Zertifikat ist u.a. sichergestellt, dass der Arzt pro Jahr eine bestimmte Anzahl an Operationen durchführt, sich entsprechend fortbildet, und auch die räumlichen und hygienischen Anforderungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) erfüllt werden.

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