Linsen helfen bei hoher Fehlsichtigkeit und AlterssichtigkeitJanuar / 2006

Für viele stark Fehlsichtige erscheint es als ein unerreichbarer Traum: ein Leben ohne Brille oder oftmals unverträgliche Kontaktlinsen. Doch auch hier gibt es heute dank ausgereifter Operationsmethoden sehr gute Möglichkeiten: Wo der LASIK Grenzen gesetzt sind, können implantierbare Kunstlinsen jenseits von + 4 Weitsichtigkeit und –10 Kurzsichtigkeit wieder zu normaler Sehkraft verhelfen.

Das Prinzip: Zusätzlich zur körpereigenen Linse wird eine weitere Linse eingesetzt und vor die eigene Augenlinse geschoben. Zurzeit werden vornehmlich zwei Verfahren angewendet: Bei der implantierbaren Kontaktlinse (ICL, engl.: implantable contact lens) wird die Kunstlinse zwischen Iris und körpereigener Linse eingesetzt, in die Hinterkammer des Auges. Beim zweiten gängigen Verfahren spricht man von Vorderkammerlinsen. Hier wird eine spezielle Kunstlinse zwischen Iris und Hornhaut eingefügt, in die Vorderkammer des Auges. Das Verfahren erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung und dauert in der Regel nicht länger als 20 Minuten. (Für Details verweisen wir hier auf den Newsletter vom Juni 2005.)

In manchen Fällen ist es aber leider nicht möglich eine zusätzliche Linse einzusetzen, da nicht genügend Platz für eine zusätzliche Linse ist. Als Alternative kann man dann aber auch einen refraktiven Linsenaustausch (implantiertbare Kunstlinse anstelle der körpereigenen Linse) durchführen. Dabei wird die in der Regel zu diesem Zeitpunkt noch klare körpereigene Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Diese Linsen besaßen bisher allerdings nicht die Möglichkeit, auf die Nähe scharf zu stellen, so dass ab diesem Zeitpunkt definitiv eine Lesebrille benötigt wird. Mittlerweile gibt es aber auch modernste implantierbare Mehrstärkenlinsen – so genannte Multifokal-Linsen – die über eine spezielle Optik verfügen und ein scharfes Sehen für die Ferne und die Nähe ermöglichen. Der Einsatz von multifokalen Intraokularlinsen ist bereits sehr Erfolg versprechend. 

Die neuen Multifokallinsen können auch für eine Operation des Grauen Stars verwendet werden. Mit dieser High-Tech-Kunstlinse wäre es nun auch älteren Menschen möglich, ein Leben ohne Brille zu führen. Diese Spezial-Linsen haben nämlich mehrere Brennpunkte, die vom menschlichen Gehirn je nach Entfernung ausgewählt werden. Das einfallende Licht wird dabei auf zwei Hauptbrennpunkte verteilt, einen für die Ferne und einen für die Nähe. Dadurch wird ein Sehen in allen Entfernungen erreicht. Durch das spezielle Design werden ähnliche aber nicht gleiche optische Effekte wie bei einer jungen, noch flexiblen Linse ermöglicht, so dass mit einer etwas längeren Gewöhnungszeit zu rechnen ist.

Welche Operationsmethode und welche Linse sinnvoll verwendet wird und auch möglich ist, muss allerdings individuell im Gespräch mit dem Operateur entschieden werden. 

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