Was bedeutet es für einen Patienten, sich für eine VSDAR Klinik zu entscheiden? Oktober / 2015

Teil 3: Wissenschaftlich begründete Qualität

Eine wichtige Instanz, die sich vor allem wissenschaftlich mit den Verfahren zur Sehfehlerkorrektur auseinandersetzt, ist die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC). Die KRC ist eine gemeinsame Kommission des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e.V. (DOG), deren Mitglieder durch den Vorstand dieser beiden Fachgesellschaften bestimmt werden; derzeit sind drei der sieben Kommissionsmitglieder auch Mitglied im VSDAR

Allgemein und vor allem in Patientenkreisen ist die KRC als Herausgeber der sogenannten Anwenderliste bekannt. Die hier aufgeführten Augenärzte verfügen über eine Weiterbildung gemäß den Richtlinien der KRC und haben sie sich verpflichtet, diese Richtlinien einzuhalten und an einer regelmäßigen Fortbildung teilzunehmen. Vor Einführung des LASIK TÜV SÜD stellte die Anwenderliste das einzige Dokument dar, das dem Patienten als medizinischem Laien einen gewissen Anhalt bei der Suche nach einer Augenlaserklinik oder eines Augenchirurgen bot.
Der wesentliche Schwerpunkt der Arbeit der KRC liegt in der aktuellen Bewertung der bekannten refraktiv-chirurgischen Eingriffe nach dem jeweiligen Stand der Wissenschaft: Alle wissenschaftlich begründeten Verfahren werden beschrieben, sichere Anwendungsbereiche und Grenzbereiche festgelegt und mögliche Nebenwirkungen gelistet, die einer gezielten Aufklärung des Patienten bedürfen. An dem resultierenden Dokument, den "Richtlinien zur Bewertung und Qualitätssicherung refraktiv-chirurgischer Eingriffe” sollte sich jeder verantwortungsbewusste Augenchirurg orientieren (auch die Anforderungen für den LASIK TÜV SÜD berufen und stützen sich, wenn es um den Einsatzbereich und die Durchführung der LASIK an sich geht, auf diese Richtlinien).  

Bei der letzten Überarbeitung der KRC Richtlinien haben sich drei wesentliche Änderungen ergeben:

1. Das seit zwei Jahren angebotene ReLEx SMILE Verfahren wurde als neues Verfahren aufgenommen und weitgehend der LASIK bzw. PRK gleichgestellt. Als Anwendungsbereich wurde die Korrektur der Kurzsichtigkeit von -3 bis -8 dpt. und die Korrektur der Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bis 5 dpt. festgelegt.
2. Sowohl die Aufklärung des Patienten als auch die Indikationsstellung muss durch einen auf der KRC –Anwenderliste geführten Facharzt für Augenheilkunde erfolgen. Sowohl Aufklärung als auch Indikationsstellung müssen vor dem eigentlichen OP-Tag erfolgen, um dem Patienten eine ausreichende Bedenkzeit zu geben. 
3. Im Interesse höchst möglicher Sicherheit rät die KRC ausdrücklich von einer Linsenoperation beider Augen am gleichen Tag ab.

Eine operative Korrektur der Fehlsichtigkeit ist in jedem Fall eine Vertrauenssache. Der objektive Nachweis von Wissenschaftlichkeit und Qualität ist für Patienten auf der Suche nach der richtigen Klinik daher von großer Bedeutung (siehe auch Teil 1 und 2 bzw. die Newsletter>August<und>September<).

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