Was kann die Refraktive Chirurgie heutzutage leisten?Mai / 2017

Unter dem Begriff "Refraktive Chirurgie" werden all die Operationsverfahren zusammengefaßt, die eine Änderung der Brechkraft des Auges zum Ziel haben. Dabei wird die Brechkraft des Auges durch einen Eingriff an der Hornhaut oder der Augenlinse (oder auch an beiden) im Idealfall so angepaßt, dass eine bestehende Fehlsichtigkeit ausgeglichen und eine Unabhängigkeit von Brille oder Kontaktlinsen erreicht wird.

Die LASIK-Operation

stellt nach wie vor mit einem Anteil von über 90% die bei weitem am häufigsten durchgeführte refraktiv-chirurgische Operation dar. Dies liegt zum einen an ihrem breiten Anwendungsbereich: Mittels LASIK kann eine Kurzsichtigkeit bis ca. -8 (max. -10) dpt., Weitsichtigkeit bis ca. +3 dpt. und Hornhautverkrümmung bis ca. 4 dpt. korrigiert werden.

Zum anderen haben Augenchirurgen seit Einführung der LASIK vor 25 Jahren einen großen Erfahrungsschatz erworben, diagnostische Verfahren und Operationsinstrumente sind ausgereift und wurden optimiert. Langzeitstudien bestätigen eine hohe Sicherheit und Verlässlichkeit des Verfahrens, was sich wiederum in einer Patientenzufriedenheit von über 95% widerspiegelt - einem Wert, der bisher in keiner anderen Disziplin erreicht wurde.


Die refraktive Chirurgie umfaßt jedoch eine Vielzahl weiterer Verfahren. 

Zu den Augenlaserverfahren, die eine Fehlsichtigkeit durch eine Änderung  der Brechkraft der Hornhaut korrigieren, zählen neben der LASIK auch die weiterentwickelte PRK und das relativ junge ReLEx Smile-Verfahren. Die PRK ist eine Alternative für Patienten, die aufgrund einer dünnen Hornhaut nicht für eine LASIK-Operation geeignet sind. Das ReLEx Smile Verfahren ist eine weitere Alternative beim Augenlasern: Der Femtosekundenlaser erzeugt ein refraktives Lentikel innerhalb der Hornhaut, welches über einen winzigen - ebenfalls mit dem Laser angelegten Schnitt - entfernt wird. Dies kann bei sehr trockenen Augen ein Vorteil sein. Beim LASIK Verfahren werden jetzt zunehmend auch Topographie/Tomographie-gestützte individuelle Laserprofile verwendet. Diese können kleinste Hornhaut-Unregelmäßigkeiten ausgleichen und führen dann zu noch besserem Sehen. Bemerkt wird dies vor allem bei schlechten Beleuchtungsverhältnissen (z.B. Autofahren bei Regen im Zwielicht etc). Chancen und Risiken der drei Augenlaserverfahren ( LASIK, PRK, ReLEx Smile) Behandlung müssen für jeden Patienten individuell im Einzelfall abgewogen werden.

Im Gegensatz zu den beschriebenen Laserverfahren, die die Brechkraft der Hornhaut modellieren und daher an gewisse Grenzen stoßen, können höhere Sehfehler (Weitsichtigkeit bis ca. +8 dpt., Kurzsichtigkeit bis ca. -20 dpt. und Hornhautverkrümmung bis 6 dpt.) durch die Implantation einer zusätzlichen Linse ins Auge oder einen Linsenaustausch korrigiert werden. In beiden Fällen gleichen die Kunstlinsen den bestehenden Brechkraftfehler des Auges aus und reduzieren bzw. korrigieren die bestehende Fehlsichtigkeit.

Die Entwicklung neuer Linsentypen, vor allem der modernen Multifokallinsen, hat den Indikationsbereich der Linsenoperationen drastisch erweitert. Multifokallinsen bestehen aus mehreren Ringen mit unterschiedlicher Brechkraft, die ein Nah-, Intermediär- und ein Fernbild auf die Netzhaut projizieren. Durch die Verteilung des einfallenden Lichtes auf mehrere Brennpunkte ermöglicht diese Speziallinse ein scharfes Sehen in allen Entfernungen: Sie kann neben einer Kurz- bzw. Weitsichtigkeit auch eine Alterssichtigkeit ausgleichen. ?

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