Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V. (VSDAR e.V.)
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Gutes Sehen hat seinen Ursprung in der Abbildung scharfer Bilder auf der Netzhaut des Auges.
Das optische System des Auges, bestehend aus Hornhaut, Linse und Glaskörper, lenkt ankommende Lichtstrahlen (Bilder, die wir sehen) so ab, dass sie in einem Brennpunkt zusammentreffen, der genau auf der Netzhaut liegt. Dies ist in der Regel der Punkt des schärfsten Sehens. Diese Ablenkung nennt man Brechung. Aus den verschiedenen Anteilen des optischen Systems des Auges ergibt sich die Gesamtbrechkraft, die in Dioptrien (dpt) angegeben wird.

Normalsichtigkeit (Emmetropie)

Normalsichtige Augen nehmen Vorder- und Hintergrund scharf wahr.
Der Brennpunkt liegt auf der Netzhaut.

Liegt der Brennpunkt nicht genau auf der Netzhaut, also davor oder dahinter, wird die Umgebung unscharf abgebildet. Man spricht von einem Brechungsfehler oder einer Fehlsichtigkeit, umgangssprachlich auch Sehfehler genannt. Zu diesen gehören:

Kurzsichtigkeit (Myopie)
Übersichtigkeit (Weitsichtigkeit, Hyperopie)
Hornhautverkrümmung (Stabsichtigkeit, Astigmatismus)
Alterssichtigkeit (Presbyopie).

Neben der Brille und Kontaktlinsen gibt es seit gut einem Jahrzehnt auch operative Methoden, um eine Vielzahl von Fehlsichtigkeiten zu korrigieren. Die Gesamtheit dieser Verfahren bezeichnet man als Refraktive Chirurgie.

Kurzsichtigkeit (Myopie)


Kurzsichtige oder myope Augen sehen in der Nähe scharf, etwas weiter entfernte Gegenstände können aber nur verschwommen wahrgenommen werden.

Das Auge ist im Gegensatz zum normalen, fast kugelförmigen Auge meist zu lang gewachsen. Der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen liegt damit nicht auf, sondern vor der Netzhaut. Damit Sie besser und schärfer sehen können, muss der Brennpunkt mittels Zerstreuungslinsen nach hinten auf die Netzhaut verschoben werden.
Der Korrekturwert für den Brechkraftfehler Ihres Auges wird in diesem Fall mit negativen Dioptrien-Werten angegeben, z.B. -5,75 dpt.

Weitsichtigkeit oder Übersichtigkeit (Hyperopie)

Übersichtige oder weitsichtige (hyperope) Augen können Gegenstände in der Ferne scharf erkennen, in der Nähe ist das Bild jedoch unscharf.

Bei Übersichtigkeit ist das Auge meist zu kurz gewachsen, die Lichtstrahlen werden daher erst hinter der Netzhaut gebündelt.
Die Korrektur erfolgt mit einer Sammellinse und wird mit positiven Dioptrien-Zahlen, z.B. +1,5 dpt, angegeben.

Anders als beim kurzsichtigen Auge kann die Übersichtigkeit bis zu einem gewissen Alter durch die Augenlinse ausgeglichen werden. Die Augenlinse kann sich verformen (Akkomodation) und dadurch ihre Brechkraft erhöhen, was die zu geringe Brechkraft des übersichtigen Auges beim Blick in die Ferne ausgleicht.

Übersichtige Menschen sehen daher bis ins Alter in der Ferne meist gut. Nur bei sehr starker Übersichtigkeit muss bereits in der Jugend eine Brille getragen werden. Andererseits kommt es bei Übersichtigen früher zu einem Nachlassen der Lesefähigkeit, d.h. die "Alterssichtigkeit" macht sich früher bemerkbar.

Hornhautverkrümmung (Stabsichtigkeit, Astigmatismus)

Eine Hornhautverkrümmung (Stabsichtigkeit, Astigmatismus) liegt vor, wenn zusätzlich zur Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit die Hornhaut des Auges von der Kugelform abweicht und eher einem Ei gleicht.

Die Lichtstrahlen werden deshalb unterschiedlich gebrochen und treffen nicht in einem Punkt, sondern gestreut auf die Netzhaut.

Ein Punkt in der Natur wird als Strich wahrgenommen (daher auch die Bezeichnung Stabsichtigkeit). Korrigiert wird die Hornhautverkrümmung durch sogenannte Zylindergläser, deren Lage vor dem Auge eine genau definierte Richtung haben müssen.
Der Korrekturwert wird mit dem Wert des Zylinders in Dioptrien und die Lage der Zylinderachse in Winkelgraden angegeben, z.B.: Zyl. -1,5 dpt, Achse 0°.

Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Mit zunehmendem Alter lässt bei jedem Menschen die Fähigkeit der Augenlinse nach, sich automatisch auf unterschiedliche Entfernungen scharf zu stellen. Bei normalsichtigen und weitsichtigen Patienten hilft hier eine Lesebrille.Wer z.B. gering kurzsichtig ist (ca. -2 bis -3 Dioptrien) braucht immer eine Brille, um in der Ferne scharf zu sehen. Im Alter ist diese Brille ebenfalls erforderlich, zum Lesen kann sie jedoch einfach abgenommen werden, der Betreffende kann dann ohne Hilfsmittel lesen. Eine geringe Kurzsichtigkeit ermöglicht also im Alter das Lesen ohne Brille.

Im Vergleich zu den operativen Korrekturmöglichkeiten der oben genannten Fehlsichtigkeiten steckt die chirurgische Presbyopiekorrektur noch in den Kinderschuhen.

Lesen Sie bitte hier weitere Details, ob Ihre individuelle Fehlsichtigkeit für eine operative Sehfehlerkorrektur geeignet ist.

 
 
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