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Der Femtosekunden-Laser ist ein Infrarot-Laser. Er erhielt seinen Namen, da er äußerst kurze Impulse von ca. 10 bis 15 Femtosekunden abgeben kann. Eine Femtosekunde entspricht einer Billiardstel Sekunde. (Zum Vergleich: In einer Sekunde kommt Licht von der Erde zum Mond oder umrundet die Erde 7,5 mal. In 100 fs umrundet Licht noch nicht einmal ein Haar.)
Besonderheiten des Femtosekundenlasers
Femtosekundenlaser erreichen eine hohe Leistung trotz geringer Energie: Moderne Geräte der 5. Generation applizieren lediglich 0,5 µJ pro Laserpuls - bei der ersten Generation waren es noch 2,0 µJ oder das Fünffache.
Die Strahlungsleistung des Femtosekundenlasers ist so gering, dass - um wirksam zu sein - der Laserstrahl über ein Kontaktglas fokussiert werden muß. Ohne diese Fokussierung verliert er sofort seine Wirkung, was Schutzmaßnahmen außerhalb des Lasergehäuses erübrigt.
Einsatzgebiete
Das Einsatzgebiet des Femtosekunden-Lasers in der Augenheilkunde ist die stumpfe Trennung von Hornhautgewebe.
Die Laserimpulse werden über ein auf dem Auge aufsitzendes Kontaktglas appliziert und exakt in einer bestimmten Hornhauttiefe fokussiert (± 5 µm). In dieser vorbestimmten Tiefe (und nicht an der Hornhautoberfläche) verdampft der Laser das Gewebe (Photodisruption): Die Energie des Laserimpulses erzeugt ein Mikro-Plasma, das eine Hornhautgewebekugel von ca. einem µm3 (Kubikmikrometer) verdampft. Dabei entsteht eine Gaskugel aus CO2 und Wasser von ca. 12 µm3. Dieses Gas drückt das Gewebe auseinander.
Computergesteuert werden nun tausende dieser Pulse als Rastermatrix platziert. Sie separieren so das Hornhautgewebe ohne zu schneiden in der vorgesehenen Tiefe. Wegen der geringen Pulsdauer wird das umliegende Gewebe dabei weder thermisch noch durch Schallwellen geschädigt oder beeinträchtig.
Auf diese Weise entstehen LASIK-Flaps, Hornhautschnitte, lamelläre Hornhautresektionen oder auch Hornhautplastiken. Im Bereich der Augenlaserchirurgie setzt sich der Femtosekundenlaser immer mehr durch (Femto-LASIK), da die früher gefürchteten Schnittproblem der Mikrokeratome nicht auftreten. Außerdem liefert er ebene, gleichmäßig dicke Schnitte mit einem sauberen Schnittbett und glatten Rand.
Darüber hinaus kann der Operateur alle Schnitt-Parameter wie Dicke, Größe, Ausrichtung und Scharnier der Lamelle sowie das Randdesign für jeden Patienten individuell festlegen.
Pflege und Wartung
Femtosekundenlaser sind wegen ihrer außergewöhnlichen Präzision temperatursensibel und sollten deshalb nur im klimatisierten OP bei gleichmäßiger Temperatur betrieben werden. Automatische Überwachungseinrichtungen im Laser lassen den Betrieb des Gerätes außerhalb der sicheren Grenzen nicht zu.
In Deutschland muß jeder Femtosekundenlaser - wie jedes medizinische Großgerät auch - zweimal jährlich einer sicherheitstechnischen Überprüfung nach der sogenannten Medizingeräte Verordnung (MedGV) unterzogen werden. Seriöse Kliniken decken diese Überprüfungen und sonstigen Wartungsmaßnahmen über einen Vollservicevertrag mit dem Hersteller ab.
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