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Die verschiedenen Verfahren der Augenlaser-Chirurgie modellieren die Hornhaut, um deren Brechkraft gezielt zu verändern um damit eine bestehende Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Dies erfordert eine extreme Genauigkeit, da für jede zu korrigierende Dioptrie 10 - 15 Mikrometer (ca. ein hundertstel Millimeter!) Gewebe entfernt werden muss.
Die Grundlage für eine derart exakte Materialbearbeitung schaffte bereits Albert Einstein in seinen Arbeiten über die induzierte Emission elektromagnetischer Strahlung. Dieses Prinzip wurde in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts durch die Konstruktion des ersten Lasers technisch nutzbar gemacht werden. Ende der 70er Jahre wurde der Excimer-Laser entwickelt, dessen Strahlung im ultravioletten Wellenlängenbereich ideale Eigenschaften für den Einsatz an der Hornhaut aufweist: Die Energie der Laserpulse wird beim Auftreffen auf der Hornhaut vollständig in einer 0,25 µm (25 hunderttausendstel Millimeter) dicken Gewebeschicht absorbiert. Das Gewebe wird sofort verdampft, ohne dass darunter liegende Schichten beeinträchtigt werden (Photoablation).
Durch das Verdampfen von Gewebe modifiziert der Excimer-Laser die Wölbung der Hornhaut: Bei Kurzsichtigkeit wird sie abgeflacht und damit die Brechkraft der Hornhaut veringert. Bei Weitsichtigkeit wird die Hornhaut durch ringförmiges Abtragen von Hornhautgewebe zentral aufgesteilt, um den entgegen gesetzten Effekt zu erzielen, die Hornhaut wird "steiler".
Heutzutage profitiert der Gewebeabtrag vom Fortschritt der Medizintechnik:
Wurden früher die Korrekturen nur anhand der Brillenwerte und der Oberflächenform der Hornhaut errechnet, so verwenden heutzutage moderne Ablationsalgorithmen zusätzlich Daten der Wellenfront-Analyse, der Pupillografie und der gesamten Hornhautform (Vorder- und Rückfläche). Bei der Wellenfrontuntersuchung, auch Aberrometrie genannt, werden neben der Brechkraft an über 200 verschiedenen Punkten des Auges auch höhere optische Abbildungsfehler vermessen. Beim Hornhautabtrag können diese gezielt mit korrigiert werden. Dieses sogenannte Wellenfrontgesteuerte oder Wellenfrontoptimierte LASIK-Verfahren verbessert die Qualität des Sehvermögens durch die Verminderung von störenden optischen Phänomenen.
Heutige Excimer Laser verfügen neben variablen Spotgrößen und Energiedichten über dynamische Blickverfolgungssysteme, die Augenbewegungen in 5 Dimensionen mit nie dagewesener Genauigkeit ausgleichen können (1. Dimension: links/rechts, 2. oben/unten, 3. Verkippung um den Augenmittelpunkt, 4. Rotieren um die zentrale Augenachse, 5. auf/ab). |
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