Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V. (VSDAR e.V.)
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Nd:YAG-Laser: Anwendungen am vorderen Augenabschnitt

 

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Ein Nd:YAG-Laser (Neodym-dotierter Yttrium-Aluminium-Granat-Laser) ist ein Festkörperlaser, der als aktives Medium einen Neodym-dotierten YAG-Kristall verwendet. Der Nd:YAG-Laser emittiert infrarote Strahlung mit der Wellenlänge 1064 nm. In der Medizin finden Nd:YAG-Laser zahlreich Anwendung, z.B. zur Behandlung von Hämangiomen (Blutschwämme), Zertrümmerung von Nierensteinen oder Resektion von Lungenmetastasen.

In der Augenheilkunde wird der YAG-Laser u.a. im vorderen Augenabschnitt angewendet, z.B. im Rahmen eines akuten Glaukomanfalls oder zur Entfernung eines Nachstars. Im Gegensatz zu dem Excimer Laser und dem Femtosekundenlaser, die beide an bzw. in der Hornhaut wirksam werden, kann der Laserstrahl des Nd:YAG-Laser durch die Hornhaut hindurch auf tiefere Augenschichten fokussiert werden.


YAG-Laser Kapsulotomie zur Behandlung des Nachstars

Bei 30 - 50% aller Patienten, die am Grauen Star operiert wurden, tritt im Verlauf der ersten 5 Jahre nach der OP ein sogenannter Nachstar auf. Hierbei handelt es sich um eine Eintrübung der im Auge verbliebenen Linsenkapsel, die meist mit einer Sehverschlechterung einher geht. Seit der Einführung des Nd: YAG-Lasers kann der Nachstar bequem und ohne großen Aufwand behandelt werden. Dazu wird zunächst die Pupille mit Augentropfen erweitert. An der Spaltlampe lenkt der Augenarzt über ein fokussierendes Kontaktglas den Laserstrahl auf das Zentrum der getrübten Linsenkapsel. Mit meist wenigen Impulsen zerreißt die Linsenkapsel, es entsteht eine zentrale Öffnung für klare Sicht. Das Wirkungsprinzip des YAG-Lasers bezeichnet man auch als Photodisruption: Gewebszerreißung mittels Licht.

YAG-Laser Iridotomie zur Vorbeugung eines Glaukomanfalls

Bei bestimmten Formen des grünen Stars (Glaukom) kann die im Augeninnern gebildete Flüssigkeit (das Kammerwasser) im Bereich des verengten Kammerwinkels schlecht abfliessen. Bei Erweiterung der Pupille - z.B. nachts oder nach Einnahme bestimmter Medikamente - kann der Abfluss sogar völlig blockiert werden. Es kommt zu einem akuten, schmerzhaften des Anstieg des Augeninnendrucks, den man als Glaukomanfall bezeichnet. Mit Hilfe des Nd:YAG-Lasers kann der Augenarzt eine Öffnung in der Regenbogenhaut (Iris) schaffen, die die Zirkulation und den Abfluß des Kammerwassers verbessert. Diese Iridotomie verhindert weitere Glaukomanfälle und wird prophylaktisch auch am anderen Auge durchgeführt.


Mittels Frequenzverdopplung kann der Nd:YAG einen Argonlaser ersetzen und zur Therapie von Netzhauterkrankungen oder zur Verbesserung des Wasserabflusses beim Grünen Star (Lasertrabekuloplastik) eingesetzt werden. Über diese Verfahren werden wir im nächsten Newsletter berichten.

 
 
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