Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V. (VSDAR e.V.)
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Keratokonus - Was ist das?
Der Begriff Keratokonus setzt sich aus keratos für "Horn" und konus für "kegelförmig" (griechisch) zusammen. Beim Keratokonus wird die Hornhaut dezentral nasal unten dünner und wölbt sich aufgrund der geringeren Hornhautstabilität vor. Der Hornhautrand ist sind dabei aber nicht betroffen. Durch die Vorwölbung entstehen zentral starke Hornhautverkrümmungen. Ein Keratokonus ist ein stufenweise fortschreitendes Krankheitsbild. Er tritt in der Regel beidseitig auf, kann sich jedoch zeitlich versetzt entwickeln.

Die Häufigkeit in der Gesamtbevölkerung beträgt ca. 1:2000, die Verteilung von Männern zu Frauen etwa 2:1. Typischerweise beginnt der Keratokonus in der Pubertät und schreitet langsam fort. Die damit einhergehende irreguläre Hornhautverkrümmung nimmt kontinuierlich zu und ist mit einer Brille nicht mehr auszugleichen.

Bei ca. 20% der betroffenen Patienten blieb bis vor wenigen Jahren nur die Hornhauttransplantation als Mittel der letzten Wahl, um die Krankheit mit ihren Vernarbungen oder irregulären Hornhautverkrümmungen im fortgeschrittenen Stadium zu behandeln.

Behandlung der Ursache:
Kollagenvernetzung und UVA-Bestrahlung

Es liegt die Vermutung nahe, dass beim Keratokonus eine Störung bei der Vernetzung der Kollagenfasern in der Hornhaut vorliegt. Im Tierexperiment konnte gezeigt werden, dass eine mechanische Stabilisierung der Hornhaut das Fortschreiten des Keratokonus verzögern kann. Daraus hat sich eine neue Behandlungsmethode entwickelt: Die Kombination der Applikation von Riboflavin-Tropfen und UVA-Licht. Nach der Durchdringung der Hornhaut mit dem Medikament regt die Bestrahlung mit UVA-Licht die Kollagenquervernetzung in der Hornhaut an, stabilisiert diese und kann somit das Fortschreiten eines Keratokonus schon im Frühstadium stoppen.

Welche anderen Therapiemöglichkeiten gibt es?
Hornhäute mit Keratokonus können durch die Implantation intrastromaler cornealer Ringsegmente (ICRS) stabilisiert werden. Gleichzeitig kann damit die Hornhautverkrümmung reduziert werden, so dass sich das Sehvermögen verbessert. Die Operation wird bei örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt und dauert ca. 15 bis 20 Minuten.

 
 
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