Multifokallinsen

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In Anlehnung an multifokale Brillengläser gibt es auch multifokale Intraokularlinsen, die anstelle der körpereigenen Linse in das Auge implantiert werden können. Multifokallinsen dienen dem gleichzeitigen Ausgleich der Alterssichtigkeit und der Kurzsichtigkeit bzw. Weitsichtigkeit. Sie bestehen aus mehreren Ringen mit unterschiedlicher Brechkraft, die ein Nah- und ein Fernbild auf die Netzhaut projizieren. Durch die Verteilung des einfallenden Lichtes auf mehrere Brennpunkte ermöglicht die multifokale Linse ein scharfes Sehen in allen Entfernungen. 

Der Austausch der körpereigenen Linse gegen eine Multifokallinse (der sogenannte Linsenaustausch) erfolgt in der Regel nur dann, wenn die körpereigene Linse durch einen Grauen Star getrübt ist (oder eine beginnende Trübung festgestellt wurde) und die Linse ohnehin entfernt werden muss. Bei dem Eingriff kommen erprobte Techniken zum Einsatz, die seit Jahrzehnten bei der Behandlung des Grauen Stars angewendet werden.

Die Stärke der Kunstlinse wird im Rahmen der Voruntersuchung basierend auf präzisen Ultraschallmessungen und dem bestehenden Sehfehler genau berechnet.

Die Operation wird ambulant unter örtlicher Betäubung und sterilen Bedingungen durchgeführt. Der Eingriff dauert ca. 20 Minuten und besteht aus zwei Schritten: Im ersten Schritt wird die körpereigene Linse entfernt. Durch einen kleinen nur circa 2,8 mm großen peripheren Einschnitt wird die vordere Hülle (vordere Kapsel) der Linse kreisförmig geöffnet. Durch diesen Schnitt wird die Linse  zerkleinert und abgesaugt. In einem zweiten Schritt wird die Kunstlinse in die nun leere Linsenkapsel eingesetzt.

Werden beide Augen operiert, wird die zweite Operation wird in der Regel im Abstand von 1-2 Wochen durchgeführt. 

Den Linsenaustausch mit Implantation von Multifokallinsen bezeichnet man auch als "presbyopic lens exchange" oder kurz PRELEX.

Multifokale Kunstlinsen führen zu einer gewissen Herabsetzung des Bildkontrastes. Daher werden in der Dämmerung häufig Lichthöfe um Lichtquellen beschrieben. Andererseits lernt unser Gehirn, mit diesen Veränderungen umzugehen, so dass sie meist nicht als störend wahrgenommen werden.

Darüber hinaus sind Multifokallinsen so aufgebaut, dass das Sehen in der Ferne besser ist als das Sehen in der Nähe. Hierdurch soll erreicht werden, dass Sie z.B.beim Autofahren keine Probleme haben. In vielen Fällen kann nach einer gewissen Lernphase ganz ohne Brille gelesen werden. Manche Patienten bevorzugen zum längeren Lesen eine Lesebrille, da das Lesen sonst zu anstrengend ist. 

Schließlich handelt es sich um eine Operation im Inneren des Auges, so dass in extremen Ausnahmefällen auch schwerwiegende Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden können. 

Weitere Informationen:
Linsenaustausch mit Implantation von Multifokallinsen 
Scharfer Blick dank Multifokallinsen
Neue Kunstlinsen korrigieren auch Alterssichtigkeit 

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