Refraktiver Linsenaustausch

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Der Ersatz der natürlichen Linse durch eine Kunstlinse wird bereits seit den 60er Jahren als Katarakt-Operation oder Operation des "Grauen Stars" (altersbedingte Linsentrübung) durchgeführt. 

Der Austausch einer noch klaren Augenlinse gegen eine Kunstlinse ist nur bei extremer Fehlsichtigkeit und beginnender Linsentrübung und/oder einem Alter des Patienten über 40 Jahre indiziert, da der Patient durch die Operation seine Akkommodationsfähigeit verliert und zwangsweise nach dem Eingriff eine Lesebrille benötigt. Dieses Handicap kann jedoch mit der Implantation einer Multifokallinse ausgeglichen werden.

Synonyme

Linsenersatz
Refraktiver Linsenaustausch
RLE (refractive lens exchange, früher auch CLE (clear lens exchange))
MLE (multifokal lens exchange) oder PRELEX (presbyopic lens exchange) bei Multifokallinsenimplantation

Indikation / Anwendungsbereich

Eigenschaften

  • Rehabilitation binnen einer Woche.
  • Gute Vorhersagbarkeit des Ergebnisses.
  • Eingriff ist nicht reversibel.
  • Operation beider Augen im Abstand weniger Tage 
  • Akkommodationsverlust: Lesebrille wird erforderlich (Alternative: Multifokallinse).

Ablauf der Linsenaustausch-Operation

Der Eingriff wird ambulant durchgeführt, ist schmerzfrei und dauert pro Auge nur ca. 15 Minuten. Zur Betäubung der Augen sind lediglich Augentropfen notwendig. 

Im ersten Schritt wird die körpereigene Linse entfernt: Es wird - mit einem Diamantmesser oder einem Femtosekundenlaser - ein kleiner, nur 2,8 mm großen peripherer Einschnitt am Rand der Hornhaut angelegt. Durch diesen Tunnelschnitt werden die benötigten Instrumente ins Auge geführt. Zunächst wird die vordere Hülle (vordere Linsenkapsel) der menschlichen Linse kreisförmig geöffnet. 

Anschließend wird mittels Ultraschall (bei der sogenannten Phakoemulsifikation) oder mit dem Femtosekundenlaser der Linsenkern zerkleinert und ebenso wie die übrigen Linsenbestandteile abgesaugt. 

Durch den im ersten Schritt angelegten Hornhautschnitt wird die Kunstlinse mit einem speziellen Instrument in den vollständig geleerten Kapselsack "injiziert". Dort entfaltet sie sich und wird vom Operation optimal platziert.

Ihre Position entspricht jetzt der einer natürlichen Linse. 

Jeder Patient erhält eine individuell für seine Bedürfnisse, ideal angepasste Kunstlinse. Diese ist gut verträglich, kann dauerhaft im Auge verweilen und ist nicht sichtbar.

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